19.09.2017 - 19:01 [ German Foreign Policy ]

Ein besonderes Verhältnis (II)

Der erste vollzog sich um 1990. Zuvor hatte Bonn großen Wert auf eine relativ enge Zusammenarbeit mit dem Land gelegt. Grund war das Bestreben, in der damaligen Systemkonfrontation nicht noch ein weiteres südostasiatisches Land an die sozialistische Welt zu verlieren. Die Bundesrepublik ließ dem Militärregime in Yangon deshalb nicht nur hohe Entwicklungshilfesummen zukommen; sie unterstützte auch die burmesischen Streitkräfte großzügig – mit Ausbildungsmaßnahmen, vor allem aber bei der Aufrüstung. Bonn sei ab Ende der 1950er Jahre bis 1988 „Burmas bedeutendste Quelle für Waffentechnologie und ein Schlüsselfaktor beim Aufbau einer einheimischen Rüstungsindustrie“ gewesen, urteilt der Myanmar-Experte Andrew Selth. Auf dieser Grundlage habe sich schon recht bald „ein besonderes Verhältnis“ entwickelt, das „unter Burmas auswärtigen Beziehungen einzigartig“ gewesen sei (german-foreign-policy.com berichtete [1]).