Die Möglichkeit, dass die drastische Deregulierung des Arbeitsmarktes durch die Agenda 2010 und die unweigerlichen Folgen, nämlich eine dramatische Absenkung der Löhne, mit dem schwindenden Vermögen zu tun haben könnten, wird lieber gar nicht erst in Erwägung gezogen. Betrachtet man die Reallohnentwicklung in dem Zeitraum seit Durchsetzung der Agenda 2010, dann wird deutlich, dass sich für die vergangene Dekade die rot-grüne und dann die schwarz gelbe Regierung des reichen Deutschlands selbst ein Armutszeugnis ausgestellt haben: Die deutschen Arbeitnehmer haben nämlich als einzige in der Europäischen Union einen Reallohn-Verlust – in der Zeit von 2000 bis 2008 waren es minus 0,8 Prozent – hinnehmen müssen.