Gewisse Märkte erschließt die deutsche Rüstungsindustrie ohnehin über Tochterunternehmen im Ausland. Rheinmetall etwa hält die Mehrheit (51 Prozent) an der südafrikanischen Rheinmetall Denel Munition Ltd., die unter anderem Artillerie-Munition, Gefechtsköpfe und Flugzeugbomben produziert. „Während ein Großteil des Geschäfts von Rheinmetall Defence in den NATO-Staaten“ realisiert werde, verkaufe „Rheinmetall Denel Munition vor allem – neben Südafrika – in Asien, im Mittleren Osten und in Südamerika“, erläutert der deutsche Konzern.[9] Rheinmetall Denel Munition will im kommenden Jahr eine Offensive vor allem in Südamerika starten. Letztes Jahr habe man bereits eine Präsenz in Russland aufgebaut, teilt ein Firmensprecher mit: Pretorias Mitarbeit im BRICS-Zusammenschluss (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) habe in Russlands Militärbranche „Platz“ für Rheinmetall-Munition geschaffen.[10] „Ein Zukunftsmarkt neben dem Mittleren Osten ist Russland“, hatte sich Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt schon 2012 zitieren lassen.[11] Von Südafrika aus geht die Eroberung des russischen Rüstungsmarktes offenbar besser voran als von Deutschland aus.