30.12.2017 - 15:59 [ Handelsblatt / Bundesamt für Verfassungschutz ]

Die Vernetzung der Welt als Vernetzung von Risiken? – Risikokontrolle im Cyberraum als nationale Aufgabe

(27.11.2017) Wir müssen mit hartnäckigen Illusionen brechen, die noch aus Pionierzeiten des Internet stammen: Der offene Zugang zum Netz suggeriert Transparenz, Partizipation und Information, doch es wuchern auch Intransparenz und Desinformation. Der Cyberraum suggeriert Sicherheit durch Distanz, doch er schafft zugleich eine gefährliche Nähe, wenn er fremde Geheimdienste, Wettbewerber und Kriminelle nur einen Mausklick entfernt in unmittelbare wie unfreiwillige Nachbarschaft rückt. Seine Virtualität suggeriert eine künstliche Welt, in Wirklichkeit agieren reale Akteure, deren Interessen keineswegs nur virtuell sind.

Solche enttäuschten Einsichten können eine Chance sein. Denn „Ent-Täuschungen“ befreien uns von Fehlwahrnehmungen. Sie ermöglichen einen unverstellten Blick auf eine Realität, der wir uns stellen müssen, wenn wir unsere Freiheit für die Zukunft bewahren möchten.