18.01.2017 - 16:29 [ German Foreign Policy ]

Die Stunde der Europäer

Dabei nimmt Wolfgang Ischinger inzwischen eine „nukleare Bewaffnung Deutschlands“ in den Blick. Aktuell sei es zwar besser, die Debatte über „eigene Nuklearwaffen“ der EU „zu scheuen“, erklärt der deutsche Diplomat: Die Atommacht Großbritannien verlasse die EU, während die Atommacht Frankreich nicht „bereit und in der Lage“ sei, ihr „Nuklearpotenzial zu europäisieren“. „Im Moment“ sei dennoch „eine Debatte über eine alternative nukleare Bewaffnung Deutschlands ein politischer Fehler“: „auch, weil wir damit den Kritikern in Europa wie in Moskau ein Argument liefern würden, dass die Zentralmacht Deutschland jetzt in Europa nicht nur finanzpolitisch dominieren will, sondern entgegen allen Verträgen eine Mitkontrolle über Nuklearwaffen anstrebt.“[12] Unter welchen Bedingungen das zeitlich eingeschränkte Argument („im Moment“) keine Geltung mehr haben könnte, erläutert Ischinger ebensowenig, wie er absolute Einwände gegen deutsche Atomwaffen äußert.