(2014) Zu den bemerkenswertesten politischen Entwicklungen in Deutschland gehört die Einbindung der Linkspartei in den Kriegskurs der Regierung.
Als Anfang des Jahres Bundespräsident Gauck und die Spitzen der Koalitionsregierung das Ende der militärischen Zurückhaltung und die Rückkehr deutscher Großmachtpolitik ankündigten, war die Linkspartei bereits in diese außenpolitische Wende eingebunden. Der Vertreter der Linken im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags, Stefan Liebich, gehörte zu den 50 führenden Politikern, Journalisten, Akademikern, Militärs und Wirtschaftsvertretern, die unter Federführung der regierungsnahen Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und des Washingtoner Think Tanks German Marshall Fund (GMF) das Strategie-Papier „Neue Macht – Neue Verantwortung“ ausgearbeitet hatten.
Seitdem unterstützt die Partei immer offener die aggressive Außenpolitik der Bundesregierung. Im April stimmten mehrere Bundestagsabgeordnete der Linken im Namen von „Abrüstung“ und „Friedenspolitik“ erstmals für einen Bundeswehreinsatz gegen Syrien.
Im Sommer forderte Gregor Gysi als einer der ersten deutschen Politiker Waffenlieferungen an die Kurden und verlangte im Bundestag eine massive Intervention von UN-Truppen. Ulla Jelpke, die Sprecherin der Strömung Anti-Kapitalistische Linke (AKL), griff Anfang September in der Sondersitzung des Bundestags zu den deutschen Waffenlieferungen in den Irak die Bundesregierung von rechts an und sagte: „Wir fordern sogar sehr viel mehr für den Irak und Syrien, als hier beschlossen wurde.“