09.07.2014 - 14:52 [ German Foreign Policy ]

Die Festung

Todesursache: Fluchtweg blockiert

In einem neuen Bericht, der am heutigen Mittwoch öffentlich vorgestellt wird, übt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International scharfe Kritik an der Flüchtlingsabwehr der EU. Wie Amnesty konstatiert, befindet sich unter den zehn Ländern, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen, kein einziges EU-Mitglied, obwohl einige von diesen zu den reichsten Staaten der Welt gehören.[1] Stattdessen sind regelmäßig Todesopfer an den EU-Außengrenzen zu beklagen: Seit dem Jahr 2000 seien mindestens 23.000 Menschen bei dem Versuch umgekommen, nach Europa zu gelangen, berichtet Amnesty unter Bezug auf das Projekt „The Migrants Files“ [2], das die zahlreichen Todesopfer unter Flüchtlingen zu dokumentieren sucht. Dass so viele Menschen ums Leben kämen, liege nicht zuletzt daran, dass die EU systematisch sämtliche Fluchtrouten blockiere und Flüchtlinge auf immer gefährlichere Wege ausweichen oder sich dubiosen Machenschaften mafiöser Menschenschmuggler anvertrauen müssten, schreibt Amnesty. Exemplarisch sei dies an den Außengrenzen Griechenlands zu beobachten.[3]