Mit vier mutmaßlichen Tätern des Völkermords in Ruanda 1994 stehen seit Mitte April – mehr oder weniger direkt – auch gewichtige Institutionen Belgiens vor Gericht. Es geht nicht zuletzt um das Verhältnis von Staat und Recht, aber auch um die Frage, ob eine große Kirche – die katholische in diesem Fall – ihre Mitglieder so ohne weiteres weltlicher Gerichtsbarkeit entziehen kann; zwei der Angeklagten sind Nonnen des Benediktinerordens. Nicht nur dieses Glied der Kirche hat das Möglichste getan – bis hin zu Nötigung von Zeugen -, um eine Wahrheitsfindung vor Gericht zu verhindern.