Deutscher Stützpunkt im Indischen Ozean
Um dem abzuhelfen, hat Seidler bereits vor geraumer Zeit gefordert, Deutschland müsse über einen Marinestützpunkt im Indischen Ozean verfügen.
Mit ihren Operationen am Horn von Afrika sei die deutsche Kriegsmarine längst im Indischen Ozean präsent. Eingebunden in Carrier Strike Groups der U.S. Navy [7], hätten deutsche Kriegsschiffe auch schon mehrere Monate lang im Arabischen Meer gekreuzt. Nach dem Tsunami im Dezember 2004 sei ein deutscher Einsatzgruppenversorger zur Katastrophenhilfe nach Indonesien entsandt worden; Erfahrungen über Marineoperationen in Südostasien lägen also ebenfalls vor. Seidler spricht sich nun dafür aus, eine dauerhafte deutsche Marinepräsenz auf dem US-Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean zu etablieren; dies könne der Durchsetzung deutscher „Kerninteressen“ dienen, die „bis Ostasien“ reichten.[8] Wenngleich diese Forderung in der operativen Politik der Bundesregierung noch keinen Rückhalt hat, zeigt sie doch, in welche Richtung sich die Debatte im außenpolitischen Establishment Berlins angesichts des sich verschärfenden Machtkampfes des Westens gegen China bewegt.