Es war zu erwarten. Die Serie rechtsradikal motivierter Morde bringt Schwung in die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung. Mindestens sechs Monate soll nun doch gespeichert werden, wer wann mit wem telefoniert, simst und mailt. Über Sinn und Unsinn einer solchen Totalkontrolle jedes Bürgers kann ja gerne gestritten werden. Allerdings lenken gerade schneidige Forderungen nach Vorratsdatenspeicherung von der traurigen Tatsache ab, dass bei der eigentlichen Polizeiarbeit vieles im Argen liegt. Selbst mit dem Wundermittel Vorratsdatenspeicherung stünden für Schwerkriminelle und Terroristen bei der Kommunikation per Handy oder Computer nämlich weiter technische Scheunentore offen, durch die sie ihre Aktionen fast risikolos planen können. Das enthüllt ein aktuelles Geheimpapier der bayerischen Justiz.