Doch nirgendwo sonst ist die Action gewundener als in der kurdischen Regionalregierung (KRG), wo bis zu 60 Ölgesellschaften – von ExxonMobil hin zu Chevron, Total und Gazprom – im Spiel sind.
Das Heiligste vom Allerheiligsten ist eine neue Pipeline, die das irakische Kurdistan mit der Türkei verbindet, der theoretische kurdische Öl-Pass zum Export unter Umgehung Bagdads. Niemand weiß, ob das der Tropfen sein wird, der das Fass im Irak zum Überlaufen bringt – da die irakischen Kurden immer näher und näher an Ankara heranrücken und von Bagdad abdriften. Der Ball ist definitiv in der Spielhälfte des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan – so, wie die Kurden eine vielfach einmalige Chance zum Jonglieren zwischen Ankara, Bagdad und Teherans Interessen haben und schließlich vielleicht mit einem unabhängigen und wirtschaftlich autarken Kurdistan enden.