Dass die Bundesregierung beim Ausbau ihrer globalen Macht auch kriegerische Mittel zu nutzen gedenkt, das zeigen die aktuellen Bemühungen Berlins um die militärische Formierung der EU. Diese schreitet voran; im Mai sind – maßgeblich auf deutschen Druck – die letzten Hindernisse für den Aufbau eines militärischen EU-Hauptquartiers aus dem Weg geräumt worden. Zwar heißt die Einrichtung aus Rücksicht auf diejenigen EU-Staaten, die der NATO als Gegengewicht gegen allzu starke deutsche Dominanz hohen Wert beimessen, offiziell nicht „Headquarters“, sondern „Military Planning and Conduct Capability“ (MPCC); doch soll sie die Führung über die EU-Einsätze in Mali, der Zentralafrikanischen Republik und Somalia übernehmen und kann prinzipiell jederzeit zu einem offiziellen Hauptquartier ausgebaut werden.