Berlin ist nicht der einzige Landesverband der AfD, in dem ehemalige oder noch amtierende Berufssoldaten prominent vertreten sind. Der Landesverband Rheinland-Pfalz wird vom Berufsoffizier Uwe Junge geführt und der Kölner Kreisverband von Hendrik Rottmann, einem Geheimdienstoffizier beim Militärischen Abschirmdienst…
Oberst Pazderski kam erst 2012 nach Berlin. Wie der ausführlichen Vita auf der Website des AfD-Landesverband zu entnehmen ist, diente er 41 Jahre lang bei der Bundeswehr, zuletzt als Bundeswehroberst „im Generalstabsdienst“. Besonders zu erwähnen seien, so die AfD, „seine Verwendungen bis zur politisch-strategischen Ebene als sicherheitspolitischer Berater des Ständigen Deutschen Vertreters bei der EU in Brüssel, als Direktor für Operationen und Stellvertretender Chef des Stabes im 1. D/NL [deutsch-niederländischen] Korps in Münster, als Leiter einer Internationalen Planungs- und Analysegruppe im Hauptquartier USCENTCOM in Tampa/USA und als Abteilungsleiter für Logistik im NATO Joint Force Command in Lissabon.“
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatten beim US-Zentralkommando (CENTCOM) in Tampa, das für die Militäreinsätze in Afghanistan und später im Irak zuständig war, deutsche Verbindungsoffiziere gearbeitet, um die Einsätze im sogenannten Anti-Terror-Krieg mit den US-Streitkräften zu koordinieren.
Schon 2006 hatte das Focus-Magazin berichtet, dass Deutschland in der zentralen Planungsgruppe des CENTCOM kontinuierlich einen der drei Direktoren stelle. Pazderski wurde vom Bundesverteidigungsministerium entsandt, um bis 2010 für einige Jahre das Direktorat für langfristige Planungen zu leiten. Er beriet in dieser Zeit unter anderem General Petraeus, der im Irak- und Afghanistankrieg eine führende Rolle spielte und 2010 Direktor der CIA wurde.
Oberst Pazderski brüstete sich 2006 gegenüber Focus: „Wir haben einen konstruktiven Dialog mit General Abizaid … Wir sind ein wertvolles Entscheidungsinstrument für ihn“. Abizaid war zu diesem Zeitpunkt Kommandeur des CENTCOM, gefolgt von Admiral Fallon und General Petraeus.