In der Tat spielte die U.S.-Besatzungsmacht konsequent dem heute vergessenen obskuren “Schiitenprediger” (ohne Ausbildung) Muktada el-Sadr (Muqtada al-Sadr) in die Hände, der von den US-Truppen völlig unbehelligt in Kerbela (Karbala) lebte, obwohl ihm und seiner “Mahdi”-Miliz regelmäßig Massaker zur Last gelegt wurden. Beobachter gingen davon aus, dass el-Sadr ein Kollaborateur der US-Besatzungsmacht war und mit allen Mitteln versuchte Ayatollah al-Sistani in seinem Einfluß zurückzudrängen, um einen Bürgerkrieg zwischen den Irakern zu entfachen.
Bereits 2005 tauchten in der U.S.-Presse Berichte darüber auf, dass die U.S.-Besatzungsmacht im Irak Todesschwadronen (“Special Police Commandos”) nach Vorbild der seinerzeit in den 80ern von U.S.-gestützten Diktaturen in Süd- und Mittelamerika aufgestellt hatte. Erster Leiter des U.S.-Militärkommandos zur Ausbildung irakischer Einheiten von 2004 bis Mitte 2005 war übrigens der vor wenigen Tagen als C.I.A.-Direktor zurückgetretene General David Petraeus.
2006 wurden an jedem Tag, an jedem Morgen, Dutzende, manchmal bis zu hundert verstümmelte Leichen auf den Straßen gefunden. Die Todesschwadronen die diese Massaker verübten, setzten sich größtenteils aus Polizisten und Milizen des von den U.S.A. eingesetzten irakischen Regimes zusammen, die wiederum eng mit der “Mahdi”-Miliz von el-Sadr verknüpft waren (hier die britische Dokumentation “The Death Squads” von Ende 2006).
Ende 2006 Anfang 2007 veröffentlichte dann der der U.S.-Partei “Demokraten” nahestehende Think Tank “Brookings” zwei Denkpapiere (“A Bosnia Option vor Iraq“, “Things fall apart“), die unter Bezug der Kriege in ex-Yugoslawien eine Teilung des Irak nach ethnischen Kriterien und Selektion der Bevölkerung vorschlugen (wohlmeinende Lager inbegriffen, in denen sich die erschöpften Opfer des sunnitisch-schiitischen Extremismus besser konzentrieren könnten), bzw. mit einer Intervention der Nachbarstaaten Türkei und Saudi-Arabien und / oder einem Eingreifen der N.A.T.O.. kalkulierten.
Adam Curtis / “The Trap”:
“Und der revolutionäre Versuch im Ausland ´negative Freiheit´ zu kreieren, veränderten Freiheiten in Britannien selbst”.
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Am 7. Juli 2005 führte die Firma Visor Consultants unter Managing Director Peter Power für eine bis heute unbekannte Organisation eine “Terror-Übung” mit tausend involvierten Personen in London durch, in der die simultane Explosion von Sprengsätzen zu einem bestimmten Zeitpunkt an mehreren Orten im Londoner U-Bahnsystems geübt wurde. Leider explodierten am 7. Juli 2005 zu genau diesem Zeitpunkt an genau diesen Orten im Londoner U-Bahnsystem simultan Sprengsätze. Es starben u.a. die üblichen Verdächtigen, die so praktischerweise die üblichen nicht verurteilten Verurteilten wurden. Sie blieben bis heute die Einzigen.