Im Jahr 2001 verfolgte Australien erstmals die sogenannte pazifische Lösung, bei der Bootsflüchtlinge abgefangen und während des Asylverfahrens in Drittstaaten inhaftiert werden. Die Strategie war eine Reaktion auf die Ereignisse im August des Jahres 2001, als der norwegische Frachter MV Tampa 433 Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Australien rettete und danach von Australien mit militärischen Mitteln an der Einreise gehindert wurde.
Am 19. September unterzeichnete Australien eine Vereinbarung mit dem kleinen Inselstaat Nauru, Asylsuchende für die Dauer der Bearbeitung ihrer Anträge unterzubringen – gegen Geld. Am 11. Oktober folgte ein Abkommen mit Papua-Neuguinea. Auf der Insel Manus wurde ein Lager für Offshore-Verfahren errichtet. Die Lager auf Nauru und Manus wurden von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) verwaltet.
Sieben Jahre vergingen, bis im Februar 2008 die damals neu gewählte Labour-Regierung unter Kevin Rudd die Offshore-Internierungslager auf Nauru und Manus schließen ließ. (Auf australischem Territorium blieb die Inhaftierung von Flüchtlingen jedoch die Regel.) (..)
Im August 2012 kündigte die Labour-Regierung Gillard die Wiederaufnahme der „pazifischen Lösung“ an. Von Mitte August bis Ende des Jahres wurden 155 Menschen nach Manus und 414 nach Nauru verfrachtet.