Der Karikaturist âSoloupâ der Zeitung âTo Pontikiâ kommentiert:
âBei gewissen deutschen Zeitungen ist es ĂŒblich, die griechischen Karikaturen âumgekehrtâ zu lesen. Die Karikaturisten sind offensichtlich nicht gegen die Opfer der Gewalt und der Vorurteile (damals die Juden â heute die Griechen), sondern gegen die TĂ€ter. Damals waren die Nazis die TĂ€ter, heute ist es die AusteritĂ€ts-Politik. Damals sagten die Nazis, âan allem sind die Juden schuldâ, heute sagen diverse Medien â wie die Bild â âalle Griechen sind Faulpelzeâ.
Heutzutage werden in den Karikaturen vieler griechischer Karikaturisten (mittels der Ăberspitzung) Parallelen zu der schmerzhaften und qualvollen Vergangenheit aufgezeigt, weil sich sehr leicht die selben Fehler wiederholen können, wenn es kein GedĂ€chtnis gibt und die Völker nicht aus der Geschichte lernen.
Viele griechische Rentner erlebten in ihrer Jugend die nazistische Besatzung und erleben heute wiederum die deutsche AusteritĂ€ts-Politik, die zu Rentnern an oder sogar auch unter der Armutsgrenze, ohne medizinische Versorgung, ohne WĂŒrde gefĂŒhrt hat. Der heutige GeburtenrĂŒckgang in Griechenland hat ein entsprechendes Pendant nur wĂ€hrend der Jahre der nazistischen Besatzung. Was versteht die Bild nicht? AuĂer, sie will auch dem Humor ein Memorandum aufzwingen, auf dass wir in Griechenland gezwungen werden, uns auf die Weise wahrzunehmen, wie jene uns sehen.â