Fast die Hälfte aller westdeutschen Haushalte konnte bis 1961 von ihrem Arbeitslohn noch nicht einmal 2000 Mark zurücklegen. Der Betrag reicht gerade aus, die Beerdigungskosten des Ernährers zu decken. Rund drei Millionen Familien mit fast neun Millionen Angehörigen besitzen nichts außer einem bißchen Hausrat und ihrer Garderobe.
Zur Bundestagswahl stimmt die Christlich-Demokratische Union unter Kanzler Kiesinger jetzt wieder das Lied vom kleinen Mann an. In Anzeigen und Plakaten unter dem Motto „20 Jahre soziale Reformen“ rechnet die Partei vor, Löhne und Gehälter seien in den vergangenen zwei „Jahrzehnten von durchschnittlich 243 Mark im Monat auf 908 Mark gestiegen. „Motor des sozialen Fortschritts war die CDU. Sie trug von Anfang an die Verantwortung.“