20.06.2011 - 07:15 [ Tagesschau ]

Treffen der Euro-Finanzminister zur Griechenland-Krise: Privatsektor soll sich freiwillig beteiligen

Die Finanzminister der Euro-Gruppe haben sich grundsätzlich darauf verständigt, private Gläubiger wie Banken bei einem weiteren Hilfspaket für Griechenland einzubeziehen. Dies müsse allerdings auf freiwilliger Basis geschehen, sagte Euro-Gruppenchef Juncker nach dem Treffen der Finanzminister der Eurozone in Luxemburg.
„Es darf keinerlei Druck auf den Privatsektor ausgeübt werden“, unterstrich er.

Der belgische Finanzminister Didier Reynders schlug am Rande des Treffens zudem vor, die anstehende Tranche an Griechenland auf sechs Milliarden Euro zu halbieren. In einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung „La Tribune“ warnte er zugleich: „Wenn Griechenland als erstes Land zahlungsunfähig wird, werden sich die Blicke auf andere Länder wie Irland, Portugal, Spanien, Italien und vielleicht auch Belgien und Frankreich richten.“ Diplomaten nannten es am Rande des Euro-Finanzministertreffens in Luxemburg ungewöhnlich, dass Reynders, einer der dienstältesten Kassenhüter in Europa, auch Frankreich nannte, das bisher nicht im Fokus der europäischen Schuldenkrise stand.