Am 26. April kam es auf amerikanische Initiative zu einem Telefongespräch zwischen dem Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, und dem US-Staatssekretär John Kerry.
Minister Lawrow betonte die Notwendigkeit von dringenden Maßnahmen zur Deeskalierung der Lage in der Ukraine, vor allem zur Einstellung der Militäroperation gegen die Protestteilnehmer und zur Unterbindung der aggressiven Handlungen der Ultranationalisten aus dem „Rechten Sektor“. Er akzentuierte erneut das Problem der politischen Gefangenen und rief die USA dazu auf, ihren Einfluss zur Befreiung der verhafteten Führer der Protestbewegung im Südosten der Ukraine einzusetzen. Die Aufmerksamkeit des US-Außenministers wurde auf die Vorschläge der Partei der Regionen und von gesellschaftlichen Bewegungen des Südostens gelenkt, welche den Beginn eines gesamtukrainischen nationalen Dialogs und der Verfassungsreform ansprechen.
Minister Kerry versicherte, dass Washington zur Nutzung seiner Möglichkeiten bestrebt ist, um die Machthaber in Kiew zu konkreten Schritten für die Verringerung der Spannungen zu stimulieren, und er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die südöstlichen Regionen auf diese Schritte mit Gegenseitigkeit reagieren werden.
Die Seiten besprachen auch zu unternehmende Maßnahmen für die Beilegung der Situation mit den gefangen genommenen Militärbeobachtern der europäischen Länder, welche im Rahmen der vom Wiener Dokument 2011 über vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen vorgesehenen Mechanismen auf Einladung der Kiewer Behörden in die Ukraine kamen und sich ohne vorherige Inkenntnissetzung der die Lage vor Ort kontrollierenden gesellschaftlichen Strukturen in den Südosten begaben.
Es erfolgte zwischen den beiden Ministern auch ein Meinungsaustausch über den Verlauf der Operation zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffen und ihrer Komponenten, wobei hervorgehoben wurde, dass bis zum heutigen Tag bereits 92 Prozent der entsprechenden Materialien aus Syrien abtransportiert wurden.