(13.12.2012) Vermeintlich zufälliger Schwachsinn hat eine physikalische Grenze, selbst in Moskau. Diese Grenze ist – in diesem Fall durch den russischen Vize-Außenminister – wieder einmal weit überschritten worden. Ausreden gibt es nicht.
Der Fall des Regimes in Damaskus wäre, neben allen anderen Folgen in und um die Nachbarstaaten Libanon, Israel, Türkei, Irak und Jordanien, auch der Fall des Staates Syrien selbst. Dieser würde de facto aufhören zu existieren, was den in 2006 bekannt gewordenen strategischen Plänen des Pentagon entspricht.
Bereits jetzt haben kurdische Milizen der PYD, die in beide Richtungen taktiert, weite Teile des syrischen Nordens unter ihrer Kontrolle. Im Irak droht gerade der Einmarsch von Truppen des U.S.-kontrollierten Besatzungsregimes in der seit 1991 (nach der Verhängung einer Flugverbotszone) de facto unabhängigen „autonomen Region Kurdistan“. In Jordanien destabilisiert sich, ganz offensichtlich mit dem Segen Washingtons und der üblichen Freunde der Mittelmeerunion, die Monarchie. Nach einer geradezu klischeehaften Fortsetzung des „Projects Democracy“ der U.S.-imperialistischen Neokonservativen aus der beginnenden Reagan-Ära der 80er Jahre wird auch dort der Sturz eines autoritären Regimes betrieben, um eine „bescheidene“ („modest“) Demokratie einzuführen, in der die Menschen zwar wählen können was sie wollen, aber dafür immer die alten feudalen Eliten an der Macht bekommen.
Auch die Invasion Syriens folgt geradezu dreist einem Klischee des alten U.S.-Imperialismus zu Zeiten des „Gleichgewicht des Terrors (Schreckens)“, nur diesmal ohne Gegner: der Invasion Afghanistans in den 80er Jahren durch „islamistische“ Proxy-Armeen; nur diesmal nicht über den Verbündeten Pakistan, sondern über die Türkei. Wir alle wissen (nicht), was das später noch für Folgen hatte.