(13.Dezember 2012) Auch die Invasion Syriens folgt geradezu dreist einem Klischee des alten U.S.-Imperialismus zu Zeiten des “Gleichgewicht des Terrors (Schreckens)”, nur diesmal ohne Gegner: der Invasion Afghanistans in den 80er Jahren durch “islamistische” Proxy-Armeen; nur diesmal nicht über den Verbündeten Pakistan, sondern über die Türkei. Wir alle wissen (nicht), was das später noch für Folgen hatte.
Nur die Krieg wollten – weil sie Kriegsgewinnler sind, im sogenannten “Westen” rund um den Erdball – bekamen seit 30 Jahren stets was sie wollten. Es hörte nie auf. Es wird auch nie aufhören, dieser ganze Krieg wird nie aufhören, wenn er nicht gestoppt wird. Und gestoppt wird dieser Krieg nicht durch Schwäche, nicht durch Gerede, nicht durch Verhandlungen, Dialog und naive Träume, sondern indem er gestoppt wird.
Gesetzt den Fall, das Regime in Damaskus gewinnt den Krieg. Was würde passieren? Glaubt irgendjemand im Ernst, es würde unter irgendeinem Bevölkerungsteil ein Massaker anrichten, weil dieser vermeintlich oder tatsächlich die Invasoren unterstützt hat? Nein. Das Regime wäre a) viel zu schwach dafür sich es mit irgendeinem Teil der Bevölkerung zu verscherzen, b) würde es dies schlicht nicht wagen, da die internationale Aufmerksamkeit des gedemütigten, sich spätestens seit 1990 für unfehlbar und gottgewollt gehaltenen imperialistischen “Westen” enorm hoch wäre.
Ganz anders im Falle einer Niederlage des syrischen Regimes. Erst augenzwinkernd, dann Augen und Reihen fest geschlossen haltend würden Regierungen und Presse der Länder in Europa, in Amerika und bei den Verbündeten in Asien – wie nach der Invasion Libyens – Folterlager, Geheimgefängnisse, Massaker und Schreckensherrschaft der neuen Herrscher im blitzschnell zerfallenden Syrien einfach übersehen. Ein, zwei Jubelfeiern noch, den Sturz bemalter Assad-Statuen inklusive, “Thank you, Mr. Obama”, Werbung, nächste Folge. Wo waren wir stehengeblieben? Ah. Iran. Nein, vorher noch schnell Libanon.
Man kann sich nicht, man muss sich fragen, wer das russische Außenministerium kontrolliert. Das Gleiche gilt für das syrische Außenministerium von Walid al Muallem (Walid al-Moallem), dessen Sprecher Jihad Makdissi am 23. Juni um die Bombardierung bettelte, um dann Anfang Dezember als Überläufer sehnlichst in Washington bzw der U.S.-Botschaft in London erwartet zu werden, dort aber angeblich nie ankam.