02.07.2011 - 00:06 [ Hintergrund ]

Spektakuläre Wende im Fall Strauss-Kahn: Komplottverdacht gewinnt erneut an Plausibilität

Aufmerksame Beobachter hatten schon frühzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass Strauss-Kahn einflussreiche Feinde in der Politik und in der Finanzwelt hat. Denn als der aussichtsreichste Kandidat der französischen Sozialistischen Partei (PS) für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2012 hätte der ehemalige Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstens dem durch Skandale und eine soziale Kahlschlagpolitik schwächelnden konservativen Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy gefährlich werden können. Zweitens war er den vornehmlich im Hintergrund agierenden westlichen Spitzenbankern ein Dorn im Auge, weil er bestrebt schien, die gemeinsame neoliberale Privatisierungslinie zu verlassen und den vom IWF eingeschlagenen Kurs bezüglich der bis dahin forcierten Deregulierung der Finanzmärkte behutsam zu ändern. Schon 2008 hatte er gewarnt, dass der Zusammenbruch der globalen Wirtschaft auch in den westlichen Industrieländern soziale Unruhen hervorrufen könnte.