Keine Spur von Unruhe unter der syrischen Jugend. Ein Bericht der KNA-Korrespondentin Karin Leukefeld
Während die Jugend der arabischen Welt in Aufruhr ist, herrscht in Syrien Schweigen. Nicht ein Wort verlor Präsident Baschar al-Assad zum politischen Ende seines ägyptischen Amtskollegen Hosni Mubarak, mit dem ihn weder politische noch persönliche Freundschaft verband. Auch den Abgang des tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali kommentierte Assad nicht, und bei dem Aufstand gegen Muammar al-Gaddafi in Libyen geht es der Regierung offiziell nur um die Sicherheit von Zehntausenden syrischen Gastarbeitern.
Die Medien in Damaskus hingegen feierten den Sturz des «Pharao». Das «Gesicht Ägyptens, der Region und der gesamten Welt» werde sich ändern, hieß es in der staatlichen Baath-Zeitung. Auch Israel werde seine Politik überdenken müssen, weil es nach der Türkei mit Mubarak einen weiteren Bündnispartner verloren habe. Tatsächlich sprach vor wenigen Tagen Israels Verteidigungsminister Ehud Barak erstmals wieder von Friedensgesprächen mit Syrien.