Dass Bundeskanzlerin Merkel den von Mubarak als Nachfolger vorgestellten Oberst Soleiman als „Hoffnung auf einen geordneten Übergang“ bezeichnet hatte, war Gerhard Fulda mehr als unverständlich. „Ich weiß positiv, dass die ganze Regierung Kenntnis davon hatte, dass es sich bei Soleiman um den schlimmsten Folterknecht Ägyptens handelt“, betonte er. Es sei die Frage der Stabilität, die bei westlichen Politikern immer wieder an erster Stelle rangiere, fuhr er fort. Es müsse aber gesehen werden, dass mit Stabilität die Wahrung eigener wirtschaftlicher Interessen gemeint sei. „Demokratie wird dabei als Element der Instabilität angesehen“, betonte der Ex-Botschafter. „Bei korrupten Systemen weiß man zumindest, wen man wofür bezahlen muss.“ Zum Argument der Stabilität gehöre weiter, dass große Rücksichten auf Israel genommen werden. Israel wolle berechenbare Partner, und bei einer erstarkenden Demokratiebewegung in der arabischen Welt sei nicht vorhersehbar, wie sich diese entwickeln werde. „Dabei ist die immer wieder geschürte Angst vor einer Islamisierung völlig unbegründet“, betonte der Ex-Botschafter.