(24.11.2011) Für europäische Föderalisten wird es eine Zumutung sein, dass hier positiv davon die Rede sein soll, die europäischen Nationalstaaten hätten beim weiteren Weg Europas eine entscheidende Rolle zu spielen. Sie sehen im Gegenteil in den Nationalstaaten das entscheidende Hindernis für Europas Zusammenwachsen. Mustergültig hat EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso bei seiner „State of the Union“-Rede vor dem Europäischen Parlament mit einer großen rhetorischen Verbeugung vor dieser Meinung gespielt, um sich des Beifalls des Parlaments zu versichern und die Gefahr einer Rebellion gegen seine überaus schwache Rolle im europäischen Krisenmanagement abzuwenden. Die vielbeschworene europäische „Wirtschaftsregierung“ gebe es bereits in der EU-Kommission, ließ Barroso wissen, und zudem sei anders denn streng nach der Gemeinschaftsmethode überhaupt kein Ausweg aus der Krise zu finden.