Gesetz für den Ausgleich zwischen Natur und Mensch erlassen- Wortgewaltig strickt Boliviens Linksregierung an ihrem grünen Umweltimage. Rechtzeitig vorm großen Finale des UN-Klimagipfels im mexikanischen Cancún hat das Parlament im Eilverfahren ein Umweltschutzgesetz verabschiedet, das die “Pachamama” (Aymara: Mutter Erde) als eigenständiges Rechtssubjekt anerkennt.
Boliviens Vizepräsident Álvaro García Linera spricht von einem epochalen Ereignis: »Zum ersten Mal auf der Welt«, sagt der Chefideologe der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS), werde »das Verhältnis zwischen Mensch und Natur auf die Grundlage von Ursprünglichkeit, Gegenseitigkeit und Dialog« gestellt. Was Linera so euphorisch werden lässt, ist das »Gesetz Mutter Erde«. Das lege den rechtlichen Grundstein, um ein »Wiedertreffen von Gesellschaft und Natur« zu befördern, erklärte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Palacio Quemado von La Paz. »Die Natur kann ohne den Menschen leben, der Mensch aber kann nichts machen ohne die Natur«, führte Linera aus und dankte der Zwei-Drittel-Mehrheit der MAS-Parlamentarier für ihre Zustimmung zu einer Norm, die »eine Epoche markiert und auf der ganzen Welt Geschichte machen wird«.