Druck wird ausgeübt, um die Abreise zu beschleunigen. Denn Berichte über regimetreue Schlägertrupps sind nicht erwünscht.
Von Martin Durm, ARD-Hörfunkstudio Kairo
….Eine Massenflucht aus dem Hotel oder eine Massenhysterie, hervorgerufen durch eine zugegeben sehr unübersichtliche Situation am Tahrir-Platz. Dort liegt das Hotel, aus dem die meisten Journalisten aus Kairo berichten. Dort spielten sich am Morgen in der Lobby Szenen ab, die ein wenig an Saigon im Frühling 1975 erinnerten, kurz bevor dort die Vietcong-Truppen einmarschierten. Trauben von Journalisten vor der Rezeption, Kofferberge, Metallkisten, Amerikaner, Briten, Franzosen……….
…..Draußen auf der Straße sind Typen unterwegs, die machen mir Zeichen, dass sie mir die Kehle durchschneiden wollen.Wenn hier 200 von denen reinstürmen, werden die wenigen Soldaten in der Lobby davonlaufen.`Schüsse, Maschinengewehrfeuer – es mag zynisch klingen, aber der 25-stöckige Hochhausblock mit seinen Balkonen bietet uns Logenplätze…….
……..Aber wem dient es, wenn Journalisten jetzt in Massen aus Kairo abreisen?
……Es sind Leute wie die Universitätsprofessorin Leila Sueifi. Sie steht wieder mit Zehntausenden auf dem Tahrir-Platz…..