Frage 20: Herr Präsident. Sie haben Fassbomben und chemische Waffen in Syrien gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Es gibt UNO-Untersuchungen, die Sie nicht ignorieren können.
Präsident Assad: Sie reden hier von zwei unterschiedlichen Dingen: Der Vorwurf der Chemiewaffen. Er ist nachweislich falsch. Es gibt nicht den Hauch eines Beweises, dass die syrische Armee Chemiewaffen benutzt hat, insbesondere bevor wir unseren Bestand 2013 aufgegeben haben. Jetzt haben wir sowieso keine chemischen Waffen mehr. Aber auch zuvor: Das ist frei erfunden. Wenn Sie solche Massenvernichtungswaffen benutzen, dann töten Sie tausende Menschen auf einen Schlag. Und wir hatten keinen solchen Angriff. Wir würden auch nie solche Waffen brauchen, denn dann würden wir die eigene Bevölkerung töten, und das ist doch nicht in unserem Interesse. Also ist das eine falsche Anschuldigung. Wir dürfen mit dieser Frage keine Zeit verlieren. Wir leben in Syrien, hier herrscht Krieg. Aber es gibt keinen Zusammenhang mit Massenvernichtungswaffen.
Journalist: Aber der Bericht der UNO ist nicht erfunden!
Präsident Assad: Der UNO-Bericht ist nicht glaubwürdig. Er war es nie. Und der UNO-Bericht stützt sich auf Behauptungen und wiederum auf andere Berichte, auf gefälschte Berichte. Und das nennt sie dann «offiziellen Bericht». Hat sie eine Delegation geschickt, um die Sache aufzuklären? Sie hat 2013 eine geschickt und diese hat überhaupt nicht beweisen können, dass die syrische Armee chemische Waffen benutzt hat. Das ist das erste. Zweitens, und wichtiger: Das erste Ereignis passierte Anfang 2013 in Aleppo, als wir sagten, die Terroristen hätten chemische Waffen gegen unsere Armee eingesetzt. Und wir haben die UNO eingeladen, eine Delegation zu schicken. Ja, das haben wir gemacht. Und zu jener Zeit haben sich die USA gegen diese Delegation gestellt, weil sie ja wussten, dass diese unparteiische Delegation dann herausfinden würde, dass die Terroristen, die von den USA unterstützt werden, chemische Waffen gegen die syrische Armee einsetzen.