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Wie die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in einer jüngst publizierten Studie schreibt, haben die im sogenannten Anti-Terror-Krieg bereits seit Jahren genutzten Repressionsmittel „gravierende Konsequenzen hinsichtlich der Menschenrechte“. Insbesondere die Vereinigten Staaten profilierten sich mit einem harten, vorwiegend militärischen Vorgehen gegen terroristische Strukturen nicht nur in Afghanistan, sondern etwa auch in Pakistan und im Jemen.
„K“ wie „kill“
Dasselbe gilt der SWP-Studie zufolge in noch höherem Maße für die Joint Prioritized Effects Lists (JPEL), welche die westlichen Truppen in Afghanistan führen. Die Listen enthalten die Namen von Personen, die nach Auffassung der Besatzer ein „Gefährdungspotenzial“ darstellen. Auf ihnen ist festgehalten, wer gefangengenommen werden soll (vermerkt mit „c“ wie „capture“) und wer bei Bedarf auch getötet werden kann (vermerkt mit „k“ wie „kill“). Laut Auskunft der Bundesregierung wurden bis Anfang September 2010 15 Personen auf deutschen Vorschlag auf den Listen vermerkt.